Freitag, 13. Oktober 2017

[Rezension] Der gefährlichste Ort der Welt



Der gefährlichste Ort der Welt
Autorin: Lindsey Lee Johnson
Verlag: dtv
ISBN-10: 3423281332
Seiten: 304
Erscheinungsdatum: 13. Oktober. 2017 

Inhalt:

Der 13-jährige Tristan schreibt seiner Mitschülerin Calista einen Liebesbrief und wird damit zum Gespöt der ganzen Schule. Es spitzt sich so zu, dass er sich nach 5 Wochen das Leben nimmt.
Fünf Jahre später steht der Schulabschluss fast bevor. 
Das Buch widmet jedem der neun Jugendlichen, die eine Mitschuld an Tristans Tod tragen, ein Kapitel. 

Jeder der Jugendlichen hat arge Probleme, jeder auf eine andere Art.  

Das dramatischen Ende einer Abschlußparty greift stark in das Leben der Jugendlichen ein und verändert für manche das Leben komplett.

Meine Meinung:

Ein Buch über die Hölle der Pubertät in einer glasklaren Sprache. 

Vorweg muss gesagt werden, dass sich nur Calista mit wirklichen Schuldgefühlen plagt, anders als der Klappentext den Eindruck macht.  
Die Probleme der Jugendlichen, die geschildert werden, haben nichts mit Tristans Tod zu tun, was der Geschichte aber keinen Abbruch tut. 

Ein Buch, das deutlich macht, dass nichts so ist, wie es scheint. 
Das hinter die Vorhängen der Fenster schauen lässt, in die Familien hinein. 
Besonders spannend fand ich die Perspektiven der zwei "harten Jungs", die maßgeblich für das Mobbing von Tristan verantwortlich waren. 

Nach dem dramatischen Ende der Party schafft es Calista, die damalige Situation mit Tristan zu analysieren. Und es hat mir das Herz zusammen gezogen, weil ich es verstehen konnte. 

Was mir nicht gefallen hat, war ein kurzes Kapitel mit abwertenden Internetkommentaren zu dem Desaster auf der Party. Die Botschaft wäre auch ohne dieses Kapitel deutlich geworden und ich mag die negativen Kommentare, die man eh jeden Tag im Netz mitbekommt, nicht in einem Buch haben. 

Ich muss sagen, ich finde auch den Titel und das Cover unpassend. 
Nicht der verschalfene Ort mit den vielen reichen Menschen ist so gefährlich. 
Die Pubertät ist so gefährlich. Und die Geschichte hätte an jedem anderen Ort auch spielen können. 

Für die beiden Punkte gibt einen halben Stern Abzug. 

"Sie taten, was sie konnten, um zu überleben." 

Ein Buch, das einen zeigt, wie zerbrechlich der Menschen ist. 
Und da rede ich nicht von Tristan alleine.

Absolute Leseempfehlung! 
4,5 ♥

Auf der Seite des Verlages findet Ihr eine Leseprobe.

Kommentare:

  1. Hallo meine gute Seele:)
    also von der Grundgeschichte erinnert mich das ein wenig an "Tote Mädchen lügen nicht", aber auch nur im entferntesten Sinne...
    Das Buch werde ich mir auf jeden Fall näher ansehen. An sich gefällt mir das Cover recht gut.. ein Kerl der alleine im Wasser schwimmt.. vielleicht ist das eine Art Metapher zur Geschichte?
    Ich habe mir auf jeden Fall den Titel herausgeschrieben.
    Einen wundervollen Tage wünsche ich Dir, fühl Dich gedrückt und viel Spaß noch auf der Messe!
    Liebe Grüße
    Andrea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meine liebste Andrea,

      Tote Mädchen lügen nicht, kenne ich auch. Ein tolles Buch.
      Hier geht es allerdings nur wenig um Tristan.
      Für mich sieht es so aus, als ob der auf dem Cover ins Wasser springt. Aber da es eben gerade wenig um Tristan geht, finde ich es nicht so passend. Also das Cover und der Klappentext vermitteln für mich, dass sich die Hauptgeschichte um Tristan dreht.

      Ich bin gespannt, wie es Dir gefallen wird.
      Liebe Grüße
      Lilly

      Löschen

Ich freue mich total, wenn Ihr mir ein Kommi da lasst und mir sagt, was Ihr über den Beitrag denkt. ♥ Ich antworte entweder hier oder bei Euch.
Liebste Grüße
Lilly